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Haben Sie mich verstanden?!

Ganz klar. Wer so fragt, hat keine Ahnung davon, wie Kommunikation tatsächlich funktioniert.  Ganz sicher erhalten Sie als Führungskraft auf die Frage: „Haben Sie mich verstanden?!“ oder „Alles klar?“ eine Antwort. Vielleicht heißt die Antwort sogar JA.

Und für die Zuhörer stimmt das ja auch. Die Zuhörer haben verstanden, was sie verstanden haben und ihnen ist klar, was ihnen klar ist. Das Problem dabei: Sie als „Sender der Botschaft“ haben keine Ahnung WAS bei Ihrem Gegenüber angekommen ist.

Egal ob Sie als Führungskraft einen Mitarbeiter in einem Einzelgespräch über eine Sache „informieren“ oder ob Sie vor Ihrem gesamten Team stehen und Information vermitteln. Wenn Sie die Frage in dieser Form formulieren, können Sie nicht wissen, was davon bei Ihrem Gegenüber „angekommen“ ist.

Möglicherweise kennen Sie noch das alte „Sender-Empfänger-Modell“ und haben es  in Ihrem Kopf abgespeichert und wundern sich nur, dass das in der Praxis so gar nicht funktioniert. Wär auch seltsam, wenn Information so in unsere Köpfe reingefüllt  werden könnte und dann wieder genauso rauskommen würde wie beim Nürnberger Trichter…

Ich kann Sie da vollkommen beruhigen. Als „autopoietische Systeme“ (selbstgesteuert, selbstorganisisert, von außen nicht gezielt veränderbar) entscheiden nur wir selbst was wir hören – und wie wir es hören. Gottseidank sind wir keine „trivialen Maschinen“ sondern sehr lebendige Wesen.

Möglicherweise denken Sie auch (das hoffe ich zwar nicht 😉 )“Meine Mitarbeiter checken es einfach nicht und wollen mich nicht verstehen“. Falls Ihr Denken Sie nur ansatzweise in diese Richtung lenken sollte, bitte ich Sie: vergessen Sie dieses Modell ein für alle Mal, denn NICHT der SENDER entscheidet,  sondern:

DER Empfänger entscheidet die Botschaft!

Wann immer Sie also wirklich wissen wollen,  was tatsächlich bei Ihrem Gegenüber angekommen ist sollten Sie folgende Fragen stellen:

  • Was haben Sie gehört?
  • Was ist bei Ihnen angekommen?
  • Welche Fragen haben Sie noch?

Noch eine hilfreiche Methode für Team-Meetings

Wenn ich mit Führungskräften und Ihren Teams arbeite und die Führungskraft den Rahmen für die gemeinsame Zusammenarbeit vorstellt, lade ich das Team daran anschließend immer dazu ein, im „offenen Forum“ Verständnis-Fragen zu stellen.

Die Führungskräfte meinen oft im Vorfeld, dass „sicher alles ganz klar ist“ und sind dann meist sehr erstaunt zu hören, dass es doch noch so viele Unklarheiten und Fragen gibt. Danach sind sie meist sehr erleichtert und am Ende fühlen sich alle gehört und verstanden – und das ist ein schönes Gefühl.

4 Fragen:

  • Was haben wir Relevantes gehört?
  • Was bedeutet das Gehörte für uns?
  • Welche Verständnisfragen haben wir?
  • Was wünschen wir uns von unserer Führungskraft?

Überzeugt? Probieren Sie es aus! Und vergessen Sie nicht:

MAN KANN NICHT NICHT KOMMUNIZIEREN.“ P. Watzlawick

 

 

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