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Irrtümer in der Führung: 2. Ich coache meine Mitarbeiter

Sie haben viele Rollen und Aufgaben im Umgang mit Ihren Mitarbeitern. Die des Coaches ist es aus meiner Sicht allerdings nicht.Obwohl es unglaublich viele Stimmen gibt, die meinen, Führungskräfte müssten „coachen“, bin ich nicht dieser Meinung. Die HALTUNG des Coaches in ihrem täglichen Führungsverhalten leben – JA, coachen – NEIN.

Mir ist die Unterscheidung Coach und Coaching-Haltung wirklich wichtig. WARUM? Sie ziehen sich wirklich groooooße Schuhe an, wenn Sie meinen Ihre Mitarbeiter coachen zu müssen (oder wollen) und ich würde Ihnen davon abraten, nicht nur dann, wenn Sie über keine Coaching-Ausbildung verfügen, sondern grundsätzlich in Ihrem Verständnis als Führungskraft.

Ein Coachinggespräch mit einer externen Person besteht aus einem klaren Ablauf mit Problemschilderung, Zieldefinition, AUFTRAG an den COACH, Lösungserarbeitung und der Vereinbarung der nächsten Schritte. Die Punkte Vertraulichkeit bei gleichzeitiger Distanz finde ich dabei ebenso wichtig und erfahrungsgemäß hilfreich.

Als Führungskraft und Coach zwischen den Stühlen

Sowohl Ziel als auch Auftrag kommen also zu 100 Prozent vom Kunden. FRAGE: Können Sie als Führungskraft ganz sicher sein, dass Sie hier nicht in einen Interessenskonflikt schlittern zwischen Ihren Interessen als Führungskraft und den Interessen und Zielen des Mitarbeiters? Ganz ehrlich. Aus meiner Sicht ist es nicht möglich, als Führungskraft tatsächlich völlig interessensfrei als Coach zu agieren. Ich finde, diese Rolle kann Sie als Führungskraft nur überfordern.

Was dann?

Was mir unglaublich wichtig ist, ist die HALTUNG. Immer. Unsere Haltung bewirkt unser Verhalten. Wie innen so außen. Sie können immer leicht beobachten, wie unterschiedlich doch die Ergebnisse derselben Methoden sind, abhängig von der jeweils zugrunde liegenden Haltung.

Was meine ich damit?

Eine Führungskraft in der CoachingHALTUNG legt nur jene Entscheidungen fest, die unbedingt von ihr getroffen werden müssen. Sie führt ihre Mitarbeiter hauptsächlich dadurch, dass sie offene, ziel- und lösungsorientierte FRAGEN stellt, mit dem Ziel, dass Mitarbeiter die Lösungskompetenz in sich entdecken und entfalten können.

Vertrauen und Wertschätzung in die Kompetenzen der Mitarbeiter bilden das Fundament der CoachingHALTUNG – zu der ich Sie gerne einladen möchte, genauso wie zum Pflegen Ihrer lethologischen Begabung.Sie wissen nicht was das ist? Ich darf Sie beruhigen, Sie befinden sich dabei in guter Gesellschaft ….. Heinz von Foerster betonte immer wieder, er sei „ausgebildeter Lethologe“….. Lethologe zu sein erweist sich als besonders hilfreich in der CoachingHALTUNG. Es geht um die Lehre des: Nicht-Wissens:

„Ich weiß nicht – du weißt nicht. Finden wir es doch gemeinsam heraus.“

Könnte es zu Ihrem Selbstverständnis als Führungskraft zählen, immer wissen zu müssen? Ich kann Sie beruhigen. Auch das gehört nicht zu Ihren Aufgaben.

Falls Sie sich nun erleichtert fühlen, freue ich mich. Das war – unter anderem – Ziel dieses Blogs ;).

Anderer Ansicht? Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Irrtümer in der Führung: 2. Ich coache meine Mitarbeiter

  1. Fjodor M Dostojewski schreibt:

    Führung enthält so viele Facetten und Situationen, dass in einigen Fällen Coaching der Mitarbeiter wirklich Sinn macht. Das geschieht auch nur zeitweise, die meiste anders Zeit läuft wie bisher.
    Ich coache, wenn ich einen Mitarbeiter für eine Fuhrungsaufgabe vorbereite, wenn er/sie eine Projektleitung übernimmt, also meistens, wenn sich die Mitarbeiter weiterentwickeln sollen. Wenn sie lernen müssen, mit Mitarbeitern und Verantwortung umzugehen.
    Natürlich gibt es dann Spagat zwischen Nähe und Distanz, aber den kann ich in verschiedenen Rollen unterschiedlich leben. Und diesen Spagat zu meistern, ist in meinen Augen eines der Hauptlernfelder für die Führungskräfte der Zukunft.

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