„You are an Angel!“

Eigentlich wollte ich diese Geschichte noch vor Weihnachten schreiben, weil es ja kurz vor Weihnachten passiert ist. Aber dann war da noch so viel anderes zu tun. Ihr kennt das.

Jetzt sitz ich hier Anfang Jänner und plötzlich fällt mir alles wieder ein. Also mach ich daraus eine schöne Jänner-Geschichte.

Angefangen hat alles so: Es ist also kurz vor Weihnachten und ich sitze im Bus nach Wien. In letzter Zeit bin ich ziemlich bequem geworden und fahr oft mit dem Auto. Aber heute nehm ich den Bus. Ich sitz ganz hinten. Neben mir sitzt ein junger Mann. Er hat Kopfhörer auf und schaut aus dem Fenster. Zuerst beachte ich ihn nicht weiter. Aber plötzlich hab ich das Gefühl er weint und ich schau ihn an, und wieder weg und wieder an. Ja ich bin sicher, er weint. Ich frag ihn (obwohl ich es sehe): „Are you ok?!?“ und er antwortet mir „yes, I am ok!“ und ich erwidere: „are you sure – you don´t look like that you are ok!“und ich berühre ihn sanft am Arm. Irgendwie bin ich selbst über meine Reaktion überrascht aber ich habe gelernt meinem Gefühl zu vertrauen.

Dann frag ich ihn weiter: „What´s going on in your mind?“ Er schaut mich zuerst verwundert an und antwortet dann: „I am sad because I am an outsider!“ Mir entwischt eine Frage so schnell kann ich gar nicht schauen: „Are you really sure that this is true – you are an outsider?!? Of course you have to be sad if you believe this thought. Let´s see if it´s really true for you.“

Und ich mache „The work“ mit ihm – einem scheinbar Fremden im Bus. Ich bitte ihn seine Augen zu schließen und frage ob das wirklich wahr ist – er wartet und verneint dann. Dann frag ich ihn wie er reagiert wenn er diesen Gedanken glaubt und er beschreibt mir, wie er sich im Moment fühlt. Als viertes frage ich ihn wer er ohne diesen Gedanken wäre. Er wartet, strahlt mich an und antwortet: „free – and happy!“

Ich erzähl ihm noch, dass Gedanken unglaublich mächtig sind wenn wir sie einfach so glauben und sie nicht überprüfen. Dann sprechen wir noch über die „sogenannte Realität“ und ich erzähl ihm, was für mich wahr ist. Darauf meint er „You are a crazy person. But I like that;)“. Ich sag ihm dass ich das als Kompliment gerne annehme. Er erzählt mir noch dass er an der Uni in Klosterneuburg studiert und ich bin sicher, er macht seinen Weg.

Wir sind uns einig: Das Leben meint es gut mit uns und ich bin mir ganz sicher, dass wir uns nicht  zufällig hier im Bus begegnet sind. Am Ende meint er dann noch „You are an angel!“ Oh… und das kurz vor Weihnachten.

So eine schöne Geschichte – sie rührt mein Herz noch immer. Habt alle ein wundervolles neues Jahr! Und folgt eurem Herz – es kennt den Weg!

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